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Grosse Titelansicht
448 Seiten, 50 Farbtafeln, 335 Abbildungen in Farbe und 13 in Schwarz-Weiß ISBN: 978-3-7774-4081-1 9,95 € [D] | 14,40 SFR [CH] |
Franziskus
Licht aus Assisi
Hrsg. Christoph Stiegemann, Heinz-Dieter Heimann und Bernd Schmies
Vergriffen.
Ein prachtvoller Katalog (Die Zeit)

Franziskus ist einer der populärsten Heiligen des Mittelalters. Bis heute wird er für seinen liebevollen Umgang mit Mensch und Natur bewundert und verehrt. Eine spektakuläre Ausstellung in Paderborn ist seinem Leben und der Entwicklung des nach ihm benannten Ordens gewidmet. Der Katalog zur Schau dokumentiert die einzigartigen Exponate, die zum Teil aus dem Vatikan und dem Museum in Assisi stammen.
Franziskus – ein Leben in Armut und Demut
Ein junger Mann auf dem Domplatz in Assisi: Er zieht seine Kleider aus und wirft sie seinem Vater vor die Füße. Mit dieser Geste schlägt Franziskus sein Erbe in aller Öffentlichkeit aus und beschließt, ein Leben in absoluter Armut und in der Nachfolge Jesu Christi zu führen. Mit seinem radikalen Umdenken inspiriert Franz von Assisi – wie er im Deutschen heißt – seit Jahrhunderten Menschen, die sich nach einer spirituellen Neuausrichtung in ihrem Leben sehnen. Mit „Franziskus – Licht aus Assisi“ ist einer der populärsten Heiligengestalten des Mittelalters eine beeindruckende Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn gewidmet.
Für Franziskus, geboren 1181 oder 1182, war ursprünglich ein anderer Lebensweg vorgesehen. Als Sohn eines reichen Tuchhändlers will er eine militärische Laufbahn einschlagen. Nach einem traumatischen Kriegserlebnis stellt er jedoch seinen Lebensentwurf infrage und entscheidet sich für einen Neubeginn: Besitzlos, demütig und den Menschen zugewandt – so will er leben. Nach seiner Bekehrung findet Franziskus schnell Gleichgesinnte. Zu seinen Anhängern gehört auch die Adelige Klara, nach der der Klarissenorden benannt ist, der weibliche Zweig der Franziskaner. Wenige Jahre später werden die Ordensgemeinschaften von Papst Innozenz III. anerkannt.
Bereits unmittelbar nach Franziskus' Tod 1226 begann die künstlerische und literarische Auseinandersetzung mit seiner Person, die bis heute andauert. „Mit einer bis dahin nicht gekannten Dynamik und Innovationskraft entfaltete sich der Bildkult des Heiligen“, heißt es in dem hochwertigen Katalog zur Schau.
Eindrucksvolle Exponate beleuchten Wirkungsgeschichte
Ausgehend von den beiden Gründern Franziskus und Klara zeichnet die Ausstellung die Entwicklung der Orden und ihre Wirkungsgeschichte vom Mittelalter bis in die Neuzeit nach. Rund 200 einzigartige Exponate, darunter Leihgaben aus Kirchen und Museen wie etwa Louvre und Vatikan, veranschaulichen Lebensform und Spiritualität der Franziskaner.
Klostermodelle bezeugen die Bedeutung der Ordensgemeinschaften für das Leben der Menschen in der mittelalterlichen Stadt. Alte Handschriften, kostbares Altargerät und eine transportable Kanzel zeigen, wie wichtig die Messfeier und das Chorgebet für die Konvente sind. Archäologische Funde von Werkzeug über Geschirr bis hin zu Kleidung geben Auskunft über das Alltagsleben im Konvent.
Bedeutende Wand- und Gewölbemalereien aus dem 13. Jahrhundert schmückten die Grabeskirche San Francesco in Assisi, bis sie durch ein Erdbeben 1997 schwer beschädigt wurde. Fragmente von zerstörten Fresken sind in der Ausstellung zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.
Franziskus und seine Wirkung bis heute – der Katalog zur Ausstellung
Ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Texten zu Franziskus‘ Leben und Wirken ergänzt die Schau. Die erste Hälfte des mehr als 400-seitigen Katalogs umfasst ausführliche Essays. Experten befassen sich darin mit den Biografien des heiligen Franziskus und der heiligen Klara, der Entstehung des Franziskanerordens und der Geschichte des weiblichen Ordenszweigs. Weitere Aufsätze widmen sich der Bildung, Kunst und Liturgie im Zusammenhang mit den Franziskanern. Die Architektur der Grabeskirche San Francesco und die mittelalterliche Ausstattung von Franziskanerkirchen im deutschsprachigen Raum sind nur zwei der interessanten Themen.
Der zweite Teil des Katalogs dokumentiert die grandiosen Exponate der Ausstellung: mittelalterliche Handschriften, Kelch und Patene, die der heilige Franziskus bei der Kommunion genutzt haben könnte, Gemälde von Rubens und van Dyck, Statuen, archäologische Funde und Fresken aus Kirchen und Klöstern. Ausführliche Texte beschreiben die Abbildungen, die in hochwertiger Qualität abgedruckt sind. Der Katalog leistet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der klösterlichen Kunst und Kultur der Franziskaner.
Ein lohnenswertes Begleitbuch zur Ausstellung im Diözesanmuseum (Paderborner Zeitung) – Mit seiner umfassenden Darstellung des franziskanischen Lebens von den Anfängen bis zur Gegenwart sprengt die Publikaiton den Rahmen eines bloßen Ausstellungskataloges. Gleichzeitig lenkt sie den Blick auf die Bedeutung des Franziskus als Ordesngründer und auf die nachhaltige Wirkung der Minoriten, nicht nur in der Kirchen-, sondern auch in der Universitätsgeschichte. (Deutschland Radio) 
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