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Grosse Titelansicht
Text: Deutsch | Englisch ISBN: 978-3-7774-5671-3 29,90 € [D] | 40,00 SFR [CH] |
Passage 2011
Ein aktionistisches, transalpines Drama
Hrsg. Christian Schoen
Sofort lieferbar.
… der Beitrag ist mit Sicherheit einer der besten und hintersinnigsten der gesamten Biennale. Der Spiegel, 4.7.2011 
Ein kleines rotes Boot in den Alpen – es steht auf einem Gletscher, umgeben von Bergriesen. Das war die Vision der beiden Münchner Aktionskünstler Wolfgang Aichner und Thomas Huber. Sie machten eine Kunstaktion daraus und brachten ihr selbst gebautes Boot zu Fuß von München über die Alpen bis nach Venedig. Das Projekt nannten sie „Passage 2011“ und reichten es als offiziellen Beitrag auf der Biennale in Venedig ein. Der Hirmer Verlag veröffentlichte jetzt die spektakulären Fotos sowie den Reisebericht von der Überschreitung der Alpen mit dem Boot im Katalog „Passage 2011. Ein aktionistisches, transalpines Drama“.
„Passage 2011“ – eine Kunstaktion als Grenzerfahrung
Begeisterte Menschen begrüßten die beiden Aktionskünstler bei ihrer Ankunft in Venedig. Von den Strapazen gezeichnet hatten sie nach ihrem knapp vierwöchigen Abenteuer mit dem Boot durch die Alpen die Stadt der Biennale erreicht. Zunächst reparierten die Protagonisten größere Schadstellen am Boot, machten es wieder schwimmfähig und ließen es dann auf dem Canal Grande zu Wasser. Nach wenigen Paddelschlägen sank es jedoch vor den Augen der Zuschauer. War das Projekt damit gescheitert? Oder war der Untergang gar inszeniert?
Für die Künstler war die Aktion stets mehr als der Transport des Boots zur Biennale. Der ewige Kampf des Menschen gegen die Natur war nur eines der Themen, mit denen sich Wolfgang Aichner und Thomas Huber auf ihrer Reise auseinandersetzten. Während der Alpenüberquerung waren sie oft an ihre Grenzen gegangen: Das schlechte Wetter in den Bergen und die Verletzung eines Teilnehmers hätten die fantastische Reise mit dem Boot über die Alpen beinahe vorzeitig beendet. Nur mit eisernem Willen hatten die Künstler durchgehalten.
Ein Kameramann, der die beiden erfahrenen Bergsteiger begleitete, drehte eine Dokumentation und schoss beeindruckende Bilder von den Männern mit dem roten Boot in den Alpen. Die Fotos vom Start der Aktion in München bis zum Untergang des Bootes in Venedig sind in dem einzigartigen Katalog zu sehen.
Ein Kunstprojekt als Metapher
Aichner und Huber, auch als Künstlergemeinschaft „Global Aesthetic Genetics“ (GÆG) bekannt, betrachteten ihr Kunstprojekt von Anfang an als Metapher. Die Aktion, mit dem Boot die Alpen zu überqueren, schließt an die Tradition der großen Expeditionen zu den höchsten Bergen, zum Nord- und Südpol an: Der Mensch ist besessen von der Idee, die Natur bezwingen zu wollen. Seine Selbstüberhöhung und sein Fortschrittsglaube bringen ihn jedoch zu Fall. So lässt sich letztlich auch das Ende der Aktion erklären: „Die Anstrengungen des Menschen, sich die Welt zu erobern, die Natur durch Kultur zu bezwingen und zu disziplinieren, müssen am Ende doch scheitern wie das kleine rote Boot in den Wassern Venedigs“, heißt es dazu im Katalog, der das Kunstprojekt dokumentiert.
Gleichzeitig wollten die Protagonisten mit ihrer Aktion auf die Mechanismen des Kunstbetriebs aufmerksam machen: Kunstwerke werden ungeachtet der Ökobilanz von einer Messe zur anderen transportiert. Sie selbst brachten stattdessen ihr Werk mit eigenen Beinen an den Ausstellungsort.
Der Katalog zu „Passage 2011“
Der Katalog „Passage 2011. Ein aktionistisches, transalpines Drama“ nimmt den Leser auf eine ungewöhnliche Reise in die Alpen mit. Kameramann Matthias Fuchs hielt die Momente des Glücks und der Erschöpfung der beiden Protagonisten im Kampf gegen die Natur fest.
Die Logbucheinträge, die Aichner und Huber auf ihrer Tour mit dem Boot in den Alpen vornahmen, ergänzen die oft surrealen Bilder. Sie verraten viel über die Stimmung der Akteure und ihren Umgang mit stets neuen Herausforderungen in den Bergen: „Mit einer herzerfrischenden Selbstverständlichkeit ziehen wir unseren Fischkutter auf den Berg, als wäre dies ein Beruf wie jeder andere“, heißt es an einer Stelle. Ihr Respekt vor der Naturgewalt kommt ebenfalls zum Ausdruck: „Als kleinen, trotzigen Punkt sieht man vom Camp aus ganz hinten das Boot, und wir sind kleine demütige Punkte in dieser wundersamen Welt.“
Anmerkungen des Künstlers Arne Rautenberg und der Beitrag „Der Berg, das Boot und der Glaube“ zum Thema Aktionskunst schließen den rund 150-seitigen Katalog ab. Lernen Sie mit „Passage 2011“ ein einzigartiges Kunstprojekt kennen, das zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregt.
Das ist [...] interessant, diese Sisyphos-Arbeit. Also mir gefällt sie sehr gut, denn sie stößt genau diese Diskussion an, und der Künstler soll ja Diskussionen anstoßen und die Leute zum Nachdenken anregen. Reinhold Messner, in: Alpenmagazin, Oktober 2011 
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